Bereit für die Zukunft: das neue Quarantänelabor von Agrico Research

Das neue Quarantänelabor von Agrico Research wurde offiziell in Betrieb genommen. Nach der Fertigstellung des Labors, einem erfolgreichen Audit durch die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (‚Nederlandse Voedsel en Waren Autoriteit‘, NVWA) und dem Erhalt der erforderlichen ‚R&D Fyto‘-Genehmigung kann das Team nun in einer modernen Forschungsumgebung arbeiten, die bereit für die Zukunft ist. Mit mehr Kapazität, innovativer Technologie und einer cleveren Einrichtung leistet das Labor einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung robuster, resistenter Kartoffelsorten.

Unverzichtbares Bindeglied im Züchtungsprozess

Bei Agrico Research werden neue Kartoffelsorten hinsichtlich einer Vielzahl von Eigenschaften beurteilt. Ein wichtiger Aspekt ist die Prüfung auf Resistenzen gegen Quarantänekrankheiten wie Kartoffelnematoden, Wurzelgallennematoden und Kartoffelkrebs. Diese Organismen dürfen nur in einem speziell ausgestatteten Labor, das strengen Vorschriften der niederländischen Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) entspricht, untersucht werden.

Annemarie Nicolaas, die seit 2019 für das Quarantänelabor verantwortlich ist, erlebt jeden Tag, wie wichtig diese Arbeit für die Züchtung ist.

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Wir wollen alle unsere künftigen Sorten auf Resistenzen gegen Quarantänekrankheiten prüfen können. Deshalb ist das Quarantänelabor für uns unverzichtbar.
Annemarie Nicolaas
Verantwortlich für das Quarantänelabor
Annemarie Nicolaas

 

Sämlinge (potenzielle neue Sorten) werden kontrolliert Krankheitserregern ausgesetzt. Dadurch lässt sich frühzeitig Einblick in ihre Resistenzen gewinnen. Dieses Wissen hilft den Züchtern, die richtigen Entscheidungen zu treffen, welche Sämlinge weiterverwendet und welche ausgeschieden werden. Darüber hinaus prüfen wir auch viele Wildkartoffelarten (die zur Gattung Solanum gehören), um ‚neue‘ genetische Resistenzquellen zu finden und neue Elternsorten zu bekommen.

 

Mehr Kapazität dank cleverer Innovationen

Eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre war die wachsende Menge an Material, das geprüft werden musste. Gleichzeitig blieb die verfügbare Kapazität begrenzt.

Deshalb setzen wir auf ein KI-Modell, das Annemarie Nicolaas zusammen mit einem Datenspezialisten der Firma C-motions entwickelt. Wir befinden uns in der letzten Phase, das Modell soll im Herbst operativ sein. 

Dann können wir bei nahezu gleichem Personaleinsatz mehr bewältigen.

 

Darüber hinaus entwickelte Agrico Research gemeinsam mit Lumacon aus Marknesse einen neuen Spültisch, um Erde von den Wurzelballen der mit Kartoffelnematoden befallenen Versuchspflanzen abzuwaschen. Dieser ist optimal auf Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie ausgerichtet. Der Tisch ist höhenverstellbar und entfernt automatisch Sand-, Wurzel- und Erdreste, was die Arbeit für die Beschäftigten erleichtert.

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Entwickelt für die Zukunft

Bei der Entwicklung des neuen Labors wurde bewusst über die heutige Situation hinausgedacht. Ausgangspunkt war eine Eirichtung, die auch nach mehreren Jahrzehnten noch den Anforderungen von Forschung und Züchtung entspricht.

Eine wesentliche Verbesserung stellt die Trennung der einzelnen Arbeitsabläufe dar. In der Vergangenheit hatten wir nur ein Q-Labor, nun haben wir uns für Q-Labors auf zwei Sicherheitsstufen, BPL- I und BPL -II (Biorisk Plant Class), entschieden. Dadurch können die Prozesse effizienter eingerichtet werden und das Risiko, dass sich Krankheitserreger ausbreiten, wird noch weiter reduziert.

Auch auf dem Gebiet der Sicherheit wurden große Fortschritte erzielt. Das Labor verfügt über ein eigenes internes Abwassersystem und spezielle Anlagen zur Aufbereitung von kontaminiertem Abwasser und kontaminierter Erde. Durch Autoklavieren bei 121 °C werden Krankheitserreger vollständig abgetötet, bevor der Abfall das Gebäude verlässt.

Ein besonderer Bestandteil der neuen Ausstattung ist der Versuchsstand für Überflutungen im Inneren des Labors. Hier kann kontaminierte Erde unter kontrollierten Bedingungen überflutet werden. Diese Lösung ermöglicht es, den Prozess das ganze Jahr über durchzuführen.

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Hightech-Klimakammern für optimale Versuche

Das neue Labor verfügt über moderne Klimakammern, in denen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lüftung präzise eingestellt werden können. Dadurch können wir die Bedingungen optimal auf die Versuche abstimmen.

In den großen Kammern im BPL-I-Labor ist Platz für fast 5.000 Pflanzen pro Versuchsanordnung. Darüber hinaus gibt es eine kleinere Klimakammer für spezifische Versuche unter abweichenden Zukunftsbedingungen.

Diese Klimakammern ermöglichen Agrico Research jedes Jahr zwei Versuchsanordnungen in Bezug auf Kartoffelnematoden.

Im BPL-II-Labor stehen ebenfalls mehrere Klimakammern zur Verfügung, zwei für die Prüfung auf Kartoffelkrebsresistenz auf ganzen Pflanzen und eine spezielle mit Wand- und Deckenheizung, um sogenannte Spiekermann-Versuche durchführen zu können (auf Knollenstücken).

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Beitrag zu den Sorten von morgen

Für Annemarie Nicolaas ist der größte Vorteil nicht die Technik oder die zusätzliche Kapazität, sondern die Möglichkeiten, die das Labor für die Zukunft von Agrico bietet.

Das Schöne ist, dass wir mit diesem Quarantänelabor einen Beitrag zu neuen resistenten Sorten leisten können.

 

Mit der Kombination aus innovativer Technologie, verbesserter Sicherheit und mehr Prüfungskapazität verfügt Agrico Research über eine Einrichtung, die bereit für die Herausforderungen von morgen ist. Damit bildet das neue Quarantänelabor eine wichtige Grundlage für die Entwicklung gesunder, robuster Kartoffelsorten für die Zukunft.